11.01.2010...

 
Stern

05:02 Uhr
….. es ist noch zu früh, umdrehen und weiterschlafen…. Aber sofort… hop hop…

07:30 Uhr
jetzt aber raus und unter die Dusche, schnell noch aus dem Fenster gelinst…. Es ist trocken - super.

08:30 Uhr
gemütliches Frühstücken im familiären Ambiente mit den Pensionsbesitzern Toni & Inma. Die zwei sind total nett und kann sie nur wärmsten weiterempfehlen.

09:32 Uhr
oh nein - schon so spät, hab mich verquatscht, jetzt aber schnell. Die Stationsklamotten an und losfahren. Bin mit British Pam um 10:00 an der Tankstelle Tamoil verabredet.

Punkt 10 war ich am vereinbarten Treffpunkt Tamoil. Mit mir wartete noch Alex eine freiwillige Helferin die 1 h auf ihrem Mofa die Küstenstrasse entlang fährt, um zur Station zu kommen und eine Stunde wieder retour.

Da ist Pam. Eine herzliche Umarmung und dann die Horror Nachricht…. „We will be driving up on the „BACK ROAD“ uahhhhh die gruselige Back Road die sich keiner traut zu fahren…. Na ja mir egal ich fahr ja in Pams Jeep mit.

10:05 Uhr
Pam steigt ins Auto und ruft mir zu… „follow me“ wie jetzt folgen? Zu Fuß oder wie?
Ich geb ihr zu verstehen dass ich es nicht verstanden habe und dann sagt sie… „no in your own car“. Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh
Ok spätestens jetzt hab ich mir in die Hose gemacht…. Ohhh nein, meine Knie schlottern und meine Hände zittern und ich weiß nicht mehr ob es vielleicht daran liegt das ich Parkinson habe oder mit meinen blanken Füßen in einem Eimer voller Eis stehe….nein das kann’s nicht sein denn….mir wird plötzlich ganz heiß…. Winter wo hier… ne nicht hier… ich fühl mich wie in der Sauna und würde mich am liebsten sofort ausziehen – der Tankwart hätte sich sicherlich darüber gefreut.

Keine Zeit, Pam drängelt…. Uahhhh so will ich nicht sterben ok….ok ok denk nach…. wen musst du informieren… Ich schreib Margot schnell ne SMS falls ich mich in einer Stunde nicht mehr melde, ruft sie sicherlich irgendjemanden zur Hilfe. Bei meinem Glück hab ich da sicherlich keinen Empfang…..

Wir fahren die Strecke langsam hoch, es geht erst nur bergauf auf asphaltiertem Weg. Nach 5 Minuten wurde ich ein wenig ruhiger – denn wenn die Strecke so weitergeht wird der Weg zur Station ein Klacks.
Kaum gedacht schon endete der asphaltierte Weg. In der ersten scharfen rechts Kurve (Links der Abgrund) bin ich natürlich gleich hängen geblieben. War ja klar…. Ok meine plötzlichen Hitzewallungen fangen wieder an und ich sitze in meinem schweißgebadeten Sitz. Ich gebe Gas, vielleicht etwas zu viel und es gibt einen lauten Knall. Da war wohl ein größerer Stein, der grad mit dem unteren Teil des Wagens Bekanntschaft gemacht hat. Bitte lass die Mietwagenfirma nicht auf die Idee kommen, den Wagen auf die Hebebühne zu heben. Ich Hupe damit Pam wartet und steige kurz aus um zu sehen ob noch alles ganz ist, denn ich und Reifen …. wir haben meist eine gespaltene Beziehung, im wahrsten Sinne des Wortes.
Die spanischen Sommerreifen halten zu mir und auch der Bus ist mir wohl gesonnen. Ich rede permanent auf den Bus ein, in der Hoffnung, dass er so nicht auf die Idee kommt, den Abhang runter zu rutschen.

Ok alles klar, ab wieder hinters Steuer, tief durchatmen, vielleicht noch mal, das soll helfen und weiter geht’s. Der Weg wurde immer schlimmer. Jetzt war der Abgrund rechts, der Weg wurde immer schlammiger, die Reifen haben oft einfach nur durchgedreht und mir ging’s langsam genauso. 
Schlammpfützen überall, es ging auf und ab, immer mehr tiefere Fahrspurrillen, die durch LKWs und Bagger verursacht wurden. Als ich bemerkte das sogar Pam mit ihrem Jeep Probleme hatte, gab ich auf. Ich sagte Pam „No way“ „Ich fahr kein Meter weiter ich stell das Auto jetzt hier ab und ich setz mich bei euch mit rein oder laufe“. Gut, dass da grad ein wenig Platz war so dass ich das Auto links auf nen kleinen Streifen stellen konnte.
Gesagt getan ich stieg bei Pam ein und sie meistert langsam die nächste Steigung. Aber auch für sie war dann Schluss. Pam steckte fest. Na super auch und nun? Drei mal dürft ihr Raten…. kein Empfang…. war ja klar, wieso wunder ich mich überhaupt. Lasst uns ein Feuer machen und Rauchzeichen absenden….Oder hat jemand vielleicht ne Brieftaube in der Handtasche…..???

10:42 Uhr
Wir entscheiden uns umzudrehen und DOCH durch das Flussbett zu fahren. Wir helfen Pam durch schieben, sie aus ihrem Dilemma zu befreien und wenden das Auto auf diesem schmalen Weg. Pam ging’s jetzt wie mir vorhin und war froh das sie das Auto auf dem schmalen Weg wenden konnte. Jetzt war ich dran. Der Bus musste auch noch gewendet werden…. Oh Gott kann ich den nicht einfach hier stehen lassen…. Ich war aber drauf und dran, das kann ich euch versichern.
Pam ließ den Jeep stehen und half mir gemeinsam mit Alex das Auto zu wenden.
GESCHAFFT und jetzt schnell runter hier.

Die Rückfahrt war eine rießen Erleichterung. Als wir unten waren hab ich geschätzte 20min gebraucht, allen zu Danken die mir eingefallen sind, das ich heile wieder unten war. Ich glaube ich hatte noch nie in meinem Leben so viel Angst wie in der ¾ Stunde.
Ich stellte mein Auto bei der Tamoil ab und stieg wieder bei Pam ins Auto. Also ab zur Station, mal sehen wie weit uns der Fluss kommen lässt.

Oh mein Gott, was ist hier passiert. Es sieht aus als wäre ein Tsunami durchgekommen. Man kann sich ein klitzeklein wenig vorstellen was die Leute 2005 in Sri Lanka vorgekommen sind.
Asphaltierte Auffahrten sind einfach weggespült worden, weggerissen, Müllcontainer einfach mitgerissen, Autos hängen geblieben.
Ich mach ein paar Bilder aber das muss man einfach selber gesehen haben. Was in einem vorgehen muss ist unbeschreiblich. Arme Lola konnte seit Weihnachten das Haus nicht verlassen. Jetzt weiß ich wieso.

WegWegIWegIIWegII
Weg V

11:20 Uhr
wir haben die Station erreicht. Ich habe es nicht mehr für möglich gehalten. Vor ner Stunde dachte ich noch ich würde sterben…. Ich steige aus, meine Knie schlottern immer noch. Ich sehe Lola, und fluche wie ein Rohrspatz…. was macht Lola? Sie lacht war ja klar…. grrrrr
Ich brauch erst mal nen Schnaps oder so…. Lola gibt mir zu verstehen dass erst mal die Zwinger gereinigt werden müssen.
Ich hab Mitleid mit mir selbst.

Ich laufe in die Station. Alles ist voller Matsch und binnen weniger Minuten bin ich total eingesaut. Ein Schwein hätte sich nicht besser im Schlamm suhlen können. Aber das ist es mir Wert. Ich werde von allen Nasen freudig begrüßt und abgeschlabbert.

Matsch

Nach einer guten Stunde kommt Lola vom Spaziergang wieder und saubergemacht habe ich immer noch nicht :o)
Sie schimpft mit mir – hach hab ich das vermisst, das geht runter wie Öl…grins…. „Im the Professional photographer“ fällt mir nur ein … sie schimpft weiter…. Hihi.

Sie hat aber schnell eine Arbeit für mich gefunden. Ich darf das Futter zusammen mischen und mit ihr verteilen. Jeden Tag werden um die 20kg (+/-) verbraucht. Alex kocht, für die drei Tage die sie in die Station kommt, eine frische Gemüsebrühe oder Hühnerbrühe für die Hunde, die unter das trockene Futter gemischt werden. 8 L Brühe, mit frischen Zutaten vom Markt. Klasse Alex!

Die Hunde lieben es. Ich mische das Futter und Lola bewaffnet sich mit den Eimern. Zu erst die Babies und Teenager. Hinten in den Zwingern sind: Ruby & Toby (fehlen heute), Esme, Denice, Alba, Alice, Jack & Cilia. Lola muss dabei stehen sonst lassen sie Cilia nicht fressen. Danach kommen die Teenager dran: Valentino, Minstral (fehlt), Maria, Mark, Demi, Shila, Tommy, Buddy, Simon II und Sandro. Hier muss sie Sandro schützen sonst bekommt der arme Kerl gar nichts ab.
Lola kümmert sich noch um den Zwinger von Rubia & Nickie. Dann kommen Garry, Tina, Siodor & Linda dran.
Ich kümmere mich in der Zwischenzeit um Bruno, er bekommt sein Fressen und danach geh ich in den Zwinger zu Grace, Bernie, Rose & Iris – die vier kann man alleine lassen, die nehmen sich nichts weg.

In der Zwischenzeit war Lola bei Athanea, Sol, Duncan und Swina. Sie hat sie alleine gelassen weil’s vorher ging, doch heute klaut Swina, Sol das Futter, ich muss schnell rein und sie auseinander zerren, es gibt Zoff. Sol hat keine Chance gegen Swina

Swina hat ihr eigenes und Sols komplettes Futter gefressen. Ich mache noch mal Sol’s Napf voll und halte Swina im Schacht. Swina ist erst seit kurzem in der Station. Sie kommt aus Granada, wurde abgemagert gefunden. In der Zeit in der sie in der Station ist, hat sie bereits zugenommen, sie muss aber noch lernen das ihr keiner das Futter klauen wird und das sie ab jetzt täglich einen vollen Napf haben wird. Ab morgen muss sie draußen bleiben, während die anderen Essen, sie bekommt dann zum Schluss was.

Lola ist bei Harry, Milly, Honey & Coin. Die vier essen in Ruhe und ohne Probleme.
Auch Butch, Bob und die zwei Brüder fressen alleine.
Lola kümmert sich noch um Misha, Blondy, Nancy & Kiko. Hier muss immer einer dabei stehen, es gibt zwar keinen Ärger aber entweder Nancy oder Kiko fressen Mishas Futter und sie traut sich nicht ihr Futter einzufordern.

Zum Schluss kommen die Hunde im Gang dran, das sind Kaya, Chiqui, Lila, Molly & Lulu.

Alles noch wegräumen und saubermachen.

Um 14 Uhr sind wir fertig und Lola lädt uns zu sich nach Hause ein. Wir haben Spaß, werden von den 9 Welpen überfallen, essen Tapas, trinken und reden.
Wie erwartet, darf ich für Lola einige Erledigungen machen und ich bekomme eine lange, sehr lange Liste! WOW, sie muss wirklich schon lange nicht mehr draußen gewesen sein.
Morgen werde ich es mal mit unserem Auto versuchen das Flussbett entlang zu fahren.
Jetzt will ich nur Heim, duschen und mich ausruhen.

Stern